AXA IM: „Südafrika steuert auf eine Herabstufung zu“

Viele Parallelen zu Brasilien: Der Mangel des Landes an fiskalischer Disziplin könnte eine Abwertung durch die Ratingagenturen nach sich ziehen. Dieser Ansicht ist Manolis Davradakis, Investmentstratege bei AXA Investment Managers. AXA Investment Managers | 23.02.2016 09:16 Uhr
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„Südafrika weist viele Parallelen zu Brasilien auf, das seinen Investment-Grade-Status erst kürzlich verloren hat. Schon jetzt deutet die Preisentwicklung bei den Kreditausfallversicherungen darauf hin, dass die Märkte die langfristige Zahlungsfähigkeit des Landes in Zweifel ziehen“, erklärt er. Am 24. Februar legt die Regierung den neuen Haushalt vor. Sollten dabei Zweifel am Willen zur Konsolidierung aufkommen, könnte dies zu einer Abwertung der Bonitätsrankings auf Ramschstatus führen. Dadurch würde das Land aus den Investment-Grade-Indizes fallen und müsste mit dem Abfluss von Investorengeldern rechnen. Ein weiterer Wackelkandidat sei 2016 die Türkei, so Davradakis. Allerdings gebe es deutliche Unterschiede, unterstreicht er: „In Südafrika kommen strukturelle Probleme mit einer wenig verlässlichen Politik zusammen. Das unterscheidet das Land von der Türkei, die durch große fiskalische Disziplin ein gewisses Vertrauen schafft.“

Chinesische Schwäche und politische Unsicherheit destabilisieren Südafrika

Wie Brasilien sei Südafrika in hohem Maße im Ausland verschuldet, und habe im vergangenen Jahr eine starke Abwertung der Währung erlebt. Allerdings sei das Land noch stärker abhängig vom Rohstoffmarkt, wo die Preise aufgrund des schwächeren Wachstums in China seit geraumer Zeit fallen. Rohstoffexporte hätten 2014 12,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausgemacht, während es in Brasilien 8 Prozent des BIP seien. Zudem gingen 24 Prozent der gesamten Exporte des Landes nach China. Damit mache sich die aktuelle chinesische Schwäche in Südafrika doppelt bemerkbar. „Vor diesem schwierigen ökonomischen Hintergrund dürfte sich die Politik 2016 als entscheidender Faktor erweisen, und hier sind Zweifel angebracht“, sagt Davradakis. Im Mai und August stünden Kommunalwahlen an, in deren Vorfeld die Regierung bereits Zugeständnisse bei den Gehältern im öffentlichen Dienst gemacht hatte. Diese sollen aus einer Sicherheitsreserve bezahlt werden, die eigentlich zur Stabilisierung der Staatsverschuldung gedacht war.

Zudem habe das Land bereits Ende 2015 Grund zur Besorgnis gegeben, als Südafrikas Präsident Jacob Zuma zuerst den respektierten Finanzminister Nhlanhla Nele gegen den relativ unbekannten David van Royen austauschte, nur um dieses Amt nach einer Woche mit Pravin Gordhan erneut neu zu besetzen, der bereits von 2009 bis 2014 Finanzminister gewesen war. „Die politische Unsicherheit ist eine weitere Parallele zu Brasilien. Sie erschwert die Haushaltskonsolidierung und sorgt für steigende Risikoprämien an den Märkten“, so Davradakis.

Die Fed könnte für die Türkei das Zünglein an der Waage spielen

Auch die Türkei stehe vor großen politischen Herausforderungen, allerdings seien diese grundlegend anderer Art. „Die Türkei muss sich vor allem mit außen- und sicherheitspolitischen Herausforderungen auseinandersetzen. Allerdings sitzt Präsident Erdogan nach dem Wahlsieg im November 2015 fest im Sattel“, sagt Davradakis. Zwar könnte die Debatte um die Versuche des Präsidenten, durch Verfassungszusätze eine größere Machtfülle zu erlangen, für Unsicherheit sorgen. Doch der Staatshaushalt sei in gutem Zustand und die Wirtschaft weniger abhängig vom Rohstoffsektor und von China. Nur 20 Prozent der gesamten Exporte der Türkei gingen in rohstoffexportierende Länder und nur zwei Prozent nach China. Die Achillesferse der Türkei sei daher die Finanzierung ihrer Auslandsverbindlichkeiten in Höhe von fast 60 Prozent des BIP, die zu großen Teilen in US-Dollar zu zahlen seien. Allein im vergangenen Jahr habe die Türkische Lira 25 Prozent gegenüber dem US-Dollar verloren.

Es könnte daher auf die Zentralbanken ankommen, so Davradakis. Die türkische Zentralbank könnte etwa durch eine Zinserhöhung die eigene Währung gegenüber dem US-Dollar stärken und Glaubwürdigkeit gegenüber den Ratingagenturen gewinnen. „Schließlich könnte eine US-Notenbank, die bei den angekündigten Zinserhöhungen mit Bedacht vorgeht, den Druck auf die Schwellenländer insgesamt verringern. Die Türkei mit ihrer hohen Abhängigkeit von ausländischen Investorengeldern würde davon besonders profitieren“, schließt er.

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